Rund um Bad Driburg - ein Erlebnisbericht vom Run for fun.

Kalt und klar

Rund um Driburg

29.12.2019

Autor: Markus Pitz

Bilder: Rund um Bad Driburg 2019

Das Wetter spielt mit am heutigen Sonntag. Das Thermometer zeigt zwar lausige 4 Grad unter Null an, dafür strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Hat den Vorteil, dass die Wege gefroren gut zu belaufen sind. Glatteis ist wegen des ausbleibenden Regens in den letzten Tagen nicht zu befürchten und gegen die Kälte kann man sich anziehen. Sehen meine 14 Mitstreiter am Eingang des Gewerbegebietes Süd genauso und freuen sich auf einen sonnigen Lauf. Bernhard und Frank haben wieder alles vorbereitet, nur einem Neuling muss die Strecke noch erklärt werden, weshalb wir etwas verspätet auf die Strecke gehen. Da Zeit keine Rolle spielt nehme ich sie mir selbige und lasse es gemütlich angehen. Gemeinsam mit Rainer fühle ich mich zurückversetzt ins Jahr 1992, als wir das erste Mal Bad Driburg zwischen den Jahren umrundeten. Das Wetter war fast identisch, nur der Schnee fehlt heute. Bei der Kleidung habe ich dazugelernt und versuche bei Frost nicht mehr nur im T-Shirt zu laufen. Damals musste ich mit meinem Jeanshemd improvisieren.

Auch der Anspruch, besonders schnell zu sein hat nachgelassen, das gemeinsame Erlebnis steht im Vordergrund. Deshalb versuche ich beim erklimmen des Eggekamm‘s zu meinem Freund Wolfgang aufzuschließen, der einige Meter enteilt ist. Der Aufstieg ist mühsam, die Kälte bremst. Meine Beine sind trotz Sonnenscheins noch nicht warm geworden. Auf dem Kamm angekommen sehe ich Wolfgang nur noch von fern. Das wird heute wohl nichts mehr, da warte ich lieber auf Anja, Katrin, Heiner und Rainer um in netten Gesprächen den Lauf zu vollenden. Die schöne Aussicht auf die Südstadt macht ihrem Namen heute alle Ehre. Bei der Zufahrt zu Sachsenklause kommen erste Diskussionen auf, welcher Weg der richtige sei. Ich entscheide mich, wie beim ersten Mal für den Wanderweg links der Straße und anschließend für den Weg über die Wiese am Wald entlang. Die Straße wäre nur eine Alternative, wenn der Schnee entsprechend hoch wäre. Die gefrorene Wiese imitiert zwar den Schnee, hemmt aber nicht die Schritte.

Die Zeit fliest dahin, der Blick geht zurück auf vergangene Lauferlebnisse und voraus auf neue Herausforderungen. Die 39 am Baum sollte nicht irritieren, sie markiert nicht die bis hier gelaufenen Kilometer. Wir laufen heute keinen Marathon und kommen nicht mehr soweit. Der Blick darf auch nicht ganz so weit nach vorne gehen, denn die Frage steht an, ob es über die Wiese zum Rittergut geht oder an der Knochenhütte vorbei. Gut, dass ich als erfahrener Run for Fun‘ler aushelfen kann. Auch, als ich den Weg über die Straße und nicht durch das Tal weise. Bevor es hinunter zum Sachsenring geht, genieße ich den weiten Blick zum Köterberg, der heute klar zu erkennen ist. Dann lasse ich es aber rollen, um anschließend nach links auf den Sachsenring einzubiegen. Am Reelser Kreuz wartet Frank schon mit heißem Tee. Den können wir heute besonders gut gebrauchen und lassen uns gerne nachschenken. Wir können Frank das Signal zum Aufbruch geben, denn nach uns kommt nichts mehr. Im Gegenzug erfahren wir, dass sich von hier aus 6 Walker auf den Weg ins Gewerbegebiet Süd gemacht haben. Wir folgen.

Links und rechts des Weges liegen Stapel frisch geschlagenen Holzes. Diese Jahr besonders viel, denn die Trockenheit der letzten beiden Jahre hat den Bäumen ordentlich zugesetzt. Der Wald ist lichter geworden, es wird heller, die Aussichten zahlreicher. Stressfrei überlaufe ich die Gipfel des Rosenberges. Es ist einfach schön hier heute. Keine Wunder, dass der damalige Graf von Sierstorpff hier das Grabgelege seiner Familie bauen ließ. Ich laufe ruhig weiter, will mich noch nicht zur Ruhe legen und weiter die Sonne genießen. Dazu habe ich drei Wege zur Auswahl. Gut, dass ich weiß, dass ich den linken nehmen muss um geradewegs zur Klinik am Rosenberg zu kommen. Hinunter zum Freibad blendet die Sonne und gibt trotzdem Kraft für die nächste Steigung zum Steinberg. Die Treppe am Freibad ist erneuert und gut zu laufen. Der Weg führt östlich am Steinberg vorbei. Voraus thront der Margarethenhof, zurück grüßt Alhausen aus dem Tal. Das ständige Auf und Ab zehrt langsam an den Kräften. Für die letzten Kilometer wird es noch reichen, zumal der Bahnübergang zur B64 hinunter etwas Luft verschafft. Die Schranken senken sich und wir lassen der Bahn die Vorfahrt. Ingo und Astrid verkürzen die Wartezeit, sie nutzen den schönen Tag für eine Radtour.

Über die B 64, vorbei an der Josefsmühle sticht mich noch einmal der Hafer, ich lege an Tempo zu. Bevor es zum Sulberg hinauf geht wartet rechts die nächste gerodete Fläche. Da ist in den kommenden Jahren viel Forstarbeit zu leisten. Am Fuß der letzten Steigung erreiche ich unsere Walker, lasse mich aber nicht bremsen und stürme hinauf. Oben angekommen laufe ich geradeaus, um links den Sulberg zu umrunden, da hatte ich mich 1992 noch verlaufen. Mich auf die Anweisung von Frank verlassend, den ich kurz zuvor hatte ziehen lassen müssen, nahm ich den ersten Forstweg rechts. Als Zugabe überlief ich damals die Bergkuppe, statt sie nur zu umrunden. Diese Anstrengung erspare ich mir seitdem und nutze die Ersparnis zügig im Gewerbegebiet einzulaufen, auf dem richtigen Weg, ohne eine der zahlreiche Möglichkeiten zum verlaufen zu nutzen. Bevor ich nach links zum Ziel einbiege bewundere ich die neue Rettungswache, danach die ausharrenden Finisher. Ich bekomme Applaus für mein Finish. Bei einem letzten warmen Tee, mit der wieder schön gestalteten Urkunde in der Hand, fällt es leicht, auf die ausstehenden Läufer und Walker zu warten. Mit der Vorfreude auf den Lauf im kommenden Jahr verabschiede ich mich und bin immer wieder froh, dass Frank und Bernhard diesen wundervollen läuferischen Jahresausklang initiiert haben.

 


11. August 2019

34. Bad Driburger Brunnenlauf

 

 

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