"Run for fun" - Rund um Bad Driburg - Silvester 2017

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Laufbericht von Markus Pitz:

Vorsicht Rutschgefahr!

Der Sylvestertag 2017 begrüßt mich so, wie er enden sollte: Feucht-fröhlich. Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet. Der Regen, der andernorts sehnlichst erwartet wird drückt auf das Gemüt. Ich lasse mich davon nicht abhalten, Bad Driburg zu umrunden. Kurz vor Zehn  trifft sich eine Handvoll Läufer am Eingang des Gewerbegebietes Süd. Bei allen anderen Läuferinnen und Läufern hat der Regen wohl die Motivation hinfort gespült. Christof ist als Walker schon um Neun Uhr aufgebrochen. Erwartet werden wir von Bernhard, Frank und Thomas, die uns mit einem Böllerschuß auf unsere heutige Tour schicken. Das kleine Häuflein der Unerschockenen macht sich auf den Weg. Der Himmel hat ein Einshen und das kühle Nass von oben hat erst einmal aufgehört. Zur Erinnerung glänzt lediglich noch die Straße, der wir hinauf zur Egge folgen. Die zu überwindenden Höhenmeter bremsen unsere Schritte, doh unermüdlich streben wir dem Bergkamm entgegen. Nach etwa 15 Minuten ist der Eggeweg erreicht. Wir wechslen den Belag und freuen uns auf die wunderschönen Waldwege hier oben. Doch die festen Wege, die ich aus dem Sommer gewohnt bin, bleiben eine schöne Erinnerung. Der Regen der letzten Tage hat den Boden aufgeweicht, zahlreiche Pfützen säumen den Pfad. Bei jedem Schritt quillt der Matsch unter meinen Füßen hervor. Wenn ich mein Gewicht nicht exakt über den aufsetzenden Fuß bringe rutsche ich leicht weg. Gut, daß ich heute gemütlich mit Rainer unterwegs bin, da können wir uns ausreichend auf unsere Schritte konzenrieren, auch wenn wir locker plausernd unterwegs sind.

Bald ist die schöne Aussicht erreicht. Die Wanderhütte hier ziert heute unsere Urkunde und ist deutlich zu erkennen. Im Gegensatz zur Südstadt, die sich hinter leichten Nieselregen versteckt. Da werden wir nicht lange aufgehalten. Wir erreichen die Zufahrtsstraße zur Iburg. Rainer macht mich darauf aufmeksam, daß der hier paralell zur Straßé verlaufende Wanderweg schlammig und kaum passierbar ist. Ich lasse mich trotzdem nicht davon abhalten, diese Alternativstrecke zu nutzen. Ist doch gar nicht so schlecht, denke ich noch zu Anfang, doch nach und nach wird das Geläuf schwieriger. Die letzte Kurve, bevor ich wieder auf die Zufahrtsstraße komme wird zur Rutschpartie und ich kann gerade noch einen Sturz vermeiden. Aufgrund dieser Erfahrung schließe ich mich heute Rainer wieder an und wir laufen auf der Straße zum Stellberg. Schnell die alte und die neue B 64 überquert machen wir uns auf den Weg zum Knochen. Von oben bleibt es weiterhin trocken. Nur der Weg scheint immer nasser zu werden. Die Pfützen werden immer größer, die Möglichkeiten zum Ausweichen kleiner. Ich könnte auf Ingo, der uns auf diesem Abschnitt begleitet neidisch werden. Auf seinem Mountainbike sieht er zwar genauso dreckig aus wie wir, aber seine Füße dürften trocken geblieben sein. Ich habe da heute meine Schwierigkeiten. Die nassen Füße sind im Vergleich zum Ausrutschen halt doch noch die angenehmere Variante. Und schlißlich geht auch die große Rutschpartie über die Egge einmal zu Ende. Am Knochen bigen wir in Richtung Reelser Kreuz ab. Die Sicht nach Norden ist für die heutigen Wetterverhältnisse erstaunlich klar. Wir fliegen hinab ins Tal, da auf der Teerstraße  die Rutschgefahr gebannt ist. Kurz bevor wir die Straße erreicht wechseln wir auf den Sachsenring. Sofort wird der Tritt wieder weicher. Die nächste rutschige Trailpassage erwartet uns, wie Bernhard und Frank am Reelser Kreuz. Die Temperaturen von etwa 10 Grad lassen uns heute nicht frösteln, der heiße Tee wärmt uns trotzdem wohltuend.

Auf geht’s zum Finale. Die Sonne verbreitet zwar stellenweise einen hellen Schein, kann letztlich die Wolkendecke aber nicht durchbrechen. Der Weg über den Rosenberg wirkt trotzdem nicht gerade düster. Das Schild an der Wanderhütte gibt Hinweise zum Streßabbau. Wir wählen heute die Laufvariante. Vorbei an der letzten Ruhestätte der Grafen lassen wir es rollen. Hinab geht es zur Brunnenstraße und dem Freibad, nur um anchließend die Treppen zum Steinberg zu erklimmen. Auch wenn wir es locker angehen lassen, sind mittlerweile nicht nur die Wege nass, sondern auch wir. Der Schweiß tränkt die Kleidung. Gut, daß es jetzt nicht mehr weit zum Ziel ist. Wieder geht es hinab in Richtung  Gleise. Die Linkskurve nach Osten können wir noch trocken laufen, die Pfütze lassen wir links liegen. Doch kaum haben wir die Kurve hinter uns, ist die Straße vor uns komplett geflutet. Um ein Bad zu vermeiden laufen Rainer und ich links und rechts durch den Matsch und trotzen der Rutschgefahr. Wir liegen gut in der Zeit, um den Bahnübergang offen vorzufinden. Auch bei der Überquerung der B 64 stört uns kein Verkehr, so daß wir ohne Verzögerung der Strecke folgen können. Aufhalten kann uns jetzt nur noch die finale Steigung hinauf zum Sulberg. Ich habe noch ein paar Körner aufgespart, Rainer muß abreißen lassen. Je länger die Steigung andauert, desto schwieriger wird es auch für mich. Doch die Körner reichen. Nur noch kurz den Sulberg umrunden und über die alte Straße nach Siebenstern habe ich das Gewerbegebiet Süd wieder erreicht. Schon biege ich nach links ab und blicke dem Ziel entgegen. Wehmütig vermisse ich den roten Hydranten, aber Frank und Bernhard warten schon. Rechts von mir entsteht gerade die neue Rettungswache, an der ich mich demnächst orientieren kann. Nur noch wenige Schritte und eine weitere Umrundung Driburgs ist vollendet. Frank reicht den wohltuenden Tee, heute ist reichlich vorhanden, und Bernhard überreicht die wieder schön gestaltete Urkunde, frisch aus dem Druck. Ich kann mir keinen schöneren Laufabschluß des Jahres vorstellen und freue mich schon auf die nächste Auflage unter der bewährten Betreuung von Bernhard und Frank.

Markus Pitz


12. August 2018

33. Bad Driburger Brunnenlauf

 

16. September 2018

77. Iburg-Bergfest